Logan

Logan

2017Länge unbekannt
Kurzinhalt

Im Jahr 2024, ein Jahr nach den Ereignissen von 'X-Men: Zukunft ist Vergangenheit', wird ein deutlicher Rückgang der Mutanten-Population verzeichnet. Im Laufe der Jahre verblasst zudem Logans Heilfaktor, Charles Xavier leidet unter einer Alzheimererkrankung und die X-Men gibt es nicht mehr. Als eine Organisation namens Essex Corporation, die von Nathaniel Essex geführt wird, den Rest der verbleibenden Mutanten aufsucht, um sie als Soldaten zu rekrutieren, gerät Logan in einen Konflikt. Mit Hilfe eines jungen Mädchens namens Laura Kinney, einem aus Logans DNS entwickelten weiblichen Klon von Wolverine, versucht Logan die Organisation zu bezwingen. (Text: de.wikipedia.org)

Metadaten
Titel Logan
Original Titel Logan
Regisseur James Mangold
Laufzeit Länge unbekannt
Starttermin 1 März 2017
Website
Detail
Film-Details
Bewertung Gut
Schauspieler
Mit: Hugh Jackman, Patrick Stewart, Dafne Keen, Boyd Holbrook, Stephen Merchant, Richard E. Grant
Trailer

So menschlich, roh und verletzbar hat man den Marvel-Helden noch nie gesehen. Nach dem grossen Erfolg von Deadpool im letzten Jahr beweisen die Filmemacher Mut, und lassen (endlich!) Wolverine von der Leine. Der Film hat in den US&A ein R-Rating, was gleich mehrere Gründe hat: Zum einen flucht sich Hugh Jackman wie ein alter Seemann durch sein wohl letztes Abenteuer, zum anderen spritzen Blut und Körperteile, dass man sich manchmal wie in einem 80er Jahre Splatterfilm fühlt.

Genauso kompromisslos müssen wir mitansehen, wie ein sichtlich gealterter Wolverine mit Lesebrille sich um einen 90-jährigen Charles Xavier kümmert, beide nicht mehr im Vollbesitz ihrer aussergewöhnlichen Kräfte und auch langsam am Ende ihrer mentalen Kraft. Das bricht einem – vor allem wegen der eindrücklichen Leistung Hugh Jackmans – mehr als einmal das Herz, denn immerhin kennen wir die beiden nun schon seit 17 Jahren. Wie oft haben wir bereits mitgefiebert, und nun stehen beide – ausgerechnet jetzt – vor einer der wohl grössten Herausforderungen ihres Lebens. In einer Zeit, in der die Mutanten so gut wie ausgestorben gelten, taucht auf einmal ein Mädchen auf, das über ähnliche Mutationen wie Wolverine verfügt und das Leben – das eigentlich nichts anderes mehr ist als die Überbrückung bis zum Tod – der beiden nochmals so richtig auf den Kopf stellt. Und Laura (Dafne Keen) mag zwar noch ein Kind sein, das heisst aber nicht, dass sie sich nicht wehren kann. Die rücksichtslose Darstellung macht auch bei ihr nicht halt und hier wird ein Tabu gebrochen: Kinder, die um ihr Leben kämpfen, verfolgt, von Speeren durchbohrt; kaum je werden in einem Film Kinder als Dinge bezeichnet und der Umgang mit ihnen so blutrünstig und gnadenlos gezeigt.

02

Die Reise der drei Mutanten wirkt oft wie ein Road Movie und man weiss nie, wann die Action wieder zuschlägt. Obwohl es über weite Strecken gelungen ist, die Atmosphäre spannend zu gestalten, gibt es doch den einen oder anderen Moment, wo Nebengeschichten gefühlt zu viel Zeit und Aufmerksamkeit erhalten. Dadurch wirkt der Film manchmal etwas in die Länge gezogen. Und der Humor ist wirklich sehr dünn gesät. Der alternde Wolverine hat kaum mehr Lust auf knackige Sprüche, doch genau diese täte dem Film ab und zu gut, um die düstere Stimmung zumindest kurz etwas zu lockern. Wolverine ist ohne Zweifel einer der tragischsten Helden des X-Men Universums und Regisseur James Mangold weiss ihn brillant und gnadenlos in Szene zu setzen. Und Dafne Keen ist unfassbar gut. Die erst Zwölfjährige überzeugt von der ersten Minute an und zieht einen in ihren Bann. Der wahrscheinlich ultimative Wolverine-Film: Rücksichtslos, tabulos, spannend und herzzerbrechend. Ein würdiger Abschied von Hugh Jackman als Wolverine!

Pan

Pan

2015Länge unbekannt
Kurzinhalt

Der aufgeweckte 12-jährige Waisenjunge Peter lässt sich nur selten etwas gefallen. Doch in dem trostlosen Heim, in dem er aufwächst, wird jedes noch so kleine Anzeichen von Rebellion im Keim erstickt. Eines Nachts verschwindet Peter wie von Zauberhand aus dem Waisenhaus und findet sich plötzlich im magischen Nimmerland wieder, das von Feen, Kriegern und Piraten bewohnt wird. Während er versucht, sich an dem fremden und faszinierenden Ort zurechtzufinden, macht er Bekanntschaft mit der kämpferischen Tiger Lily und dem charmanten James Hook. Das alles ist erst der Beginn eines ebenso gefährlichen wie aufregenden Abenteuers, bei dem Peter nicht nur etwas über seine verschwundene Mutter erfährt, sondern es auch mit dem finsteren und erbarmungslosen Piraten Blackbeard zu tun bekommt, dem er sich gemeinsam mit seinen neuen Freunden in den Weg stellt, um Nimmerland zu retten…

Metadaten
Titel Pan
Original Titel Pan
Regisseur Joe Wright
Laufzeit Länge unbekannt
Starttermin 9 Oktober 2015
Website
Detail
Medien
Film-Details
Bewertung Schlecht
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Trailer

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Die Geschichte vom Jungen, der nicht altert, begeistert seit über hundert Jahren Kinder jeden Alters überall auf der Welt. Die neueste Verfilmung „Pan“ will die Digital Natives mit einer zeitgemäss verpackten Ursprungsgeschichte ins Kino locken, doch reichen alleine starke 3D-Effekte nicht wirklich aus, um das Publikum zu verzaubern. Der schottische Schriftsteller James Matthew Barrie schrieb im Jahre 1902 die Geschichte um „Peter Pan“ und seither wurden immer wieder die Abenteuer auf der Insel Nimmerland erzählt: in unzähligen Büchern, Theaterstücken und Filmen.

Joe Wright ist bekannt für Romanverfilmungen schwerer, tiefgründiger Dramen wie „Atonement“, „Pride and Prejudice“ oder „Anna Karenina“. Eine Kindergeschichte wie „Pan“ passt deshalb auf den ersten Blick überhaupt nicht in sein Schema. Andererseits weiss man spätestens seit „Anna Karenina“, dass der Brite bei der Gestaltung seiner Filme kein Risiko scheut. Die Tolstoi-Adaption liess er auf einer surrealen Theaterbühne spielen. Beflügelt vom hohen Fantasy-Potenzial, verpasste er dem Kinderbuch-Klassiker einen neuen, modernen Look. So tragen die Eingeborenen einen kunterbunten Ethno-Mix aus südamerikanischen und asiatischen Einflüsse zur Schau. Etwas wirkt in diesem indigenen Ambiente allerdings völlig fehl am Platz: Die in jeder Hinsicht blasse Rooney Mara als Indianer-Prinzessin Tiger Lily. In den USA löste die Besetzung von Tiger Lily mit der hellhäutigen Schauspielerin Rooney Mara grosse Proteste aus. Über 94‘000 Menschen setzten mit ihrer Unterschrift ein Zeichen gegen „Hollywoods Präferenz für Weisse“. Ihre Forderung an Warner Brothers: „Hört auf, farbige Charaktere mit weissen Schauspielern zu besetzen!“ Regisseur Joe Wright verteidigte seine Wahl so: Rooney Mara habe in der Vergangenheit oft starke Frauenfiguren verkörpert. Weil Tiger Lily Frauenpower ausstrahlen müsse, sei Mara darum perfekt für die Rolle. Das klingt fast so, als ob farbige Schauspieler dasselbe nicht leisten könnten. Maras Performance ist keine Katastrophe – und doch wirkt sie als Indianer-Prinzessin völlig unauthentisch. Da hilft nicht mal ihr übertrieben grosser Ethno-Kopfschmuck!

Als Peter in die Tiefe gestossen wird, offenbaren sich seine übernatürlichen Fähigkeiten. Vor dem Aufprall schwebt er das erste Mal in der Luft und allen ist klar: Er ist der Auserwählte, der Befreier von Nimmerland. Welch grosse Verantwortung! Der Film ist diesem Druck nicht gewachsen. Statt sich durch ein kindliches Abenteuer zu schlagen, muss Peter in Windeseile erwachsen werden. Er muss anfangen, an sich und seine Fähigkeiten zu glauben. Das Grundmotiv des Originals, ewig ein Kind zu bleiben, geht in „Pan“ leider völlig unter. Wie schade, schliesslich lebt Peter Pans Geschichte genau von dieser kindlichen Magie. Mit seinem visuellen Ideenreichtum zaubert Joe Wright zwar ein prachtvolles Nimmerland auf die Leinwand. Doch auch mit den schönsten Effekten gelingt es dem Regisseur nicht, den schwachen Inhalt zu kaschieren. Das Erzähltempo ist lahm und die Dialoge wirken einfallslos..